FACH AUTO TECH im Härtetest für innovative Kraftstoffe

Beim Porsche Mobil 1 Supercup-Test in Monza ging es nicht nur um den neuen Porsche 911 GT3 Cup. Teams wie FACH AUTO TECH konnten ebenfalls den biobasierten Kraftstoff nutzen, der für den internationalen Markenpokal erstmals zum Einsatz kommt. Wir haben, im Rahmen der Generalprobe in Italien, mit Teamchef Alex Fach über den Einsatz der synthetischen Kraftstoffe gesprochen.

Alternative Antriebe – wie der prominente Elektroantrieb – finden im Motorsport bereits Gebrauch. Welche Bedeutung haben diese Biokraftstoffe aus deiner Sicht?

Wir sehen sowohl im Test als auch im Kraftstoff grosses Potential. Die Entwicklung setzt nicht auf eine Batterie, sondern den Verbrennungsmotor. Das ist im Motorsport in dieser Tragweite neu und stellt Weichen. Den Porsche Mobil 1 Supercup zu nutzen, um die Kraftstoffe auf Herz und Nieren zu prüfen, ist ein guter Belastungstest.

Warum braucht es diesen Belastungstest im Motorsport?

Motorsport hat bereits Innovationen durch praktische Erkenntnisse vorangetrieben und es ist schön zu sehen, dass dies im Rahmen des Porsche Mobil 1 Supercup erneut passiert. Motorsport eignet sich dafür bestens, denn die Bedingungen setzen Materialien extremen Belastungen aus. Technische Fortschritte müssen langlebig sein und der Einsatz im Supercup liefert genau darüber wichtige Erkenntnisse. Über Meetings mit Porsche haben wir viel erfahren – vor allem technisch hat uns dies überzeugt.

Wenn wir beim Thema Technik sind: Der Porsche 911 GT3 Cup wird über ein Update „fit“ für den Verbrauch dieses neuen Kraftstoffs gemacht. Was müsst ihr bei der Nutzung noch beachten?

Ein positiver Effekt ist, dass der Kraftstoff weniger wiegt. Gerade im Motorsport, indem es um möglichst agile Fahrzeuge geht, ist das hilfreich. Weiter in die technische Tiefe geht es beim sogenannten „fuel mapping“, welches bestimmt, wie viel Kraftstoff und wie viel Luft dem Motor zugeführt werden. Wegen anderer Eigenschaften müssen Einstellungen angepasst werden. Porsche liefert uns hierfür die nötigen Erkenntnisse und wir setzen diese um.

Hat dieser Test auch eine besondere Bedeutung für FACH AUTO TECH?

Dass wir ein wichtiger Bestandteil dieser Testreihe sind, macht uns stolz. Wir sind als Team direkt involviert und schauen damit ein Stück weit in die Zukunft, erfahren was möglich ist und noch kommen könnte. Diese Einblicke sind spannend und für uns ist es nicht das erste Mal, dass wir uns im Austausch über alternative Antriebe befinden. Dafür interessieren wir uns schon länger.

Um welches Thema ging es dort?

Ich rede da von der Zusammenarbeit mit MWI (Micro Wave Ignition). Wir stehen dort im technischen Austausch und dies ermöglicht uns, unsere Perspektive über den Tellerrand zu erweitern. Wir sehen dies als Gelegenheit, Neues zu entdecken, bestehende Konzepte zu hinterfragen und mit offenen Augen in die Zukunft zu blicken.

Gibt es noch etwas, was aus deiner Sicht besonders wichtig ist in Bezug auf diese Biokraftstoffe?

Eine Sache ist, denke ich, entscheidend: Diese Kraftstoffe stellen keine Konkurrenz zum Elektroantrieb dar, sondern liefern eine Ergänzung im Streben nach nachhaltiger Fortbewegung. Für die Zukunft braucht es beide Antriebe, denn die Entwicklung hin zur Nachhaltigkeit gelingt nur mit vielseitigen Standbeinen. Das wir als Team einen Beitrag dafür leisten können, freut uns.

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